Aerate365 - Informationen 


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1. Raumdaten eingeben und nicht vergessen, die Feuchtelast zu definieren. Entweder durch freie Eingabe im Feld "Sonstige (g)" oder durch aktivieren der Kästchen (Aktiv Mensch, Wäsche, Duschen.....). Hier sind Feuchtelastwerte bereits hinterlegt.

2. Bauteiltemperatur eingeben. Hier besteht auch die Möglichkeit, den Schaden näher zu beschreiben (Baufeuchte, Bauschaden) und den Wert der Baufeuchtemessung zu vermerken. Diese Felder sind zur Zeit noch rein informativ.

3. AERATE 365 berichten lassen: Dazu klicken Sie einfach auf den Menü-Button oben links im Projektfenster "Datenblatt Ortstermin" und wählen aus dem Menü den Bericht bzw. die Simulationen für den markierten Raum. Über den Menüpunkt "Bericht Raum" kommen Sie auch zum "Fazit".

(PDF-Auszug aus dem Berichtswesen)


Beachten Sie im Fazit Punkt 3 Rechnerische Abschätzung der Schimmelpilzgefahr und hier die Auswertung BfS (R). Diese Kennzahlen verweisen Sie direkt auf die Ursächlichkeit nach dem aufgeführten Bewertungsschema. Für jeden Messpunkt wird diese Bewertung durchgeführt. So ist eine gezielte Ursachenforschung möglich, sofern dies erforderlich ist.


AERATE 365 - Der Lüftungsprofi

In den letzten Jahren haben die Gerichte gezielt dem Einbau neuer dichtschließender Fenster besondere Aufmerksamkeit geschenkt, weil dies einen nachträglichen bauphysikalischen Eingriff in die Gebäudehülle darstellt. Stellt der Mieter nach dem Einbau sein Lüftungsverhalten nicht um, ist er für entstehende Feuchtigkeitsschäden oder Schimmel noch nicht automatisch verantwortlich.

Nach der Rechtsprechung muss der Vermieter „sachgerecht und präzise“ über die jetzt erforderlichen Maßnahmen zur ausreichenden Lüftung aufklären, was die Haftung des Vermieters zusätzlich verschärft. Die üblichen Anleitungen in Mietverträgen, dass „mehrfach am Tag zu lüften“ sei und die Angabe der Lüftungsart (meist: Stoßlüftung) reichen nach den Formulierungen der Rechtsprechung nicht aus.

Der Vermieter muss also genau sagen, wie oft und wie lange die einzelnen Räume gelüftet werden müssen und welche Temperaturen eingehalten werden müssen. Dabei müssen diese Informationen auf die Verhältnisse des konkreten Falles zugeschnitten sein. Auch die Übergabe einer noch so umfangreichen Broschüre genügt nicht.

Mit AERATE 365 werden die notwendigen Lüftungsintervalle nachvollziehbar und detailliert automatisch ausgerechnet und Sie können dem Mieter nach den Sanierungsarbeiten, die sich im übrigen auch auf nachträgliche Außendämmung beziehen, einen Lüftungsplan übergeben, der sich in den täglichen Ablauf leicht integrieren lässt. Somit sind Sie immer auf der sicheren Seite, wenn es um die Vermeidung von nutzerbedingten Feuchte– und Schimmelschäden geht.


Bericht Raum: Der erste Teil widmet sich den Feuchteverhältnissen und zeigt die tatsächlichen Klimaverhältnisse innen und außen sowie die Feuchtedifferenz und den Wert der relativen Luftfeuchte bei normierter Raumtemperatur (20 °C).

Der zweite Teil stellt die schimmelpilzvermeidenden Grenzluftfeuchten an allen Messstellen dar mit den entsprechenden aw-Werten innen und außen. Die mit * markierten Temperaturen fließen nicht in die Bewertung mit ein, weil sie aus irgendeinem Grund (zu feucht, schadhaft) nicht bewertbar sind und daher nicht als ungestörte Wandoberfläche gelten. Der Ausschluss von Messstellen obliegt der Verantwortung des Bearbeiters und erfolgt bei der Messort-Erfassung. Die Mindestbautemperatur errechnet sich aus dem vorhandenen Raumklima. Man erkennt sofort, welche Messstelle diese Oberflächentemperatur nicht einhält und dementsprechend anfällig für Schimmelpilzwachstum ist.

Im dritten Teil finden wir die Lüftungsempfehlungen aufgrund der eingegebenen Daten. Es werden die Luftwechselraten errechnet und ggf. der Hinweis gegeben, dass die erforderliche Luftwechselrate nicht erreicht wird. Die Lüftungsempfehlungen berücksichtigen die Stoß- und die Querlüftung sowie die notwendigen Lüftungsminuten pro Tag. Ob der Nutzer nun 3x, 4x oder 5x lüften möchte, bleibt dann doch ihm überlassen.


Fazit Raum: Ein nützliches Element, zeigt es uns doch sofort erste Hinweise auf die Ursächlichkeit. Neben allen berechneten Kenndaten ist der Bewertungsfaktor Schimmelpilz BfS (R) wohl der wichtigste. Die Tabelle zeigt den weiteren Untersuchungsweg auf.

Ein weiteres Element des Fazits ist die rechnerische Lüftungsbetrachtung unter normativen Bedingungen. Diese Berechnung gibt Auskunft über die notwendigen Lüftungen und lässt auch Zumutbarkeiten erkennen. Ist im Fenster Raum ein anderer aw-Wert eingegeben, erscheint die Berechnung zusätzlich auch unter Berücksichtigung dieses Wertes. Es ist also erkennbar, wie nach DIN (aw-Wert 0,80) und zur Vermeidung des Schimmelpilzes mit einem anderen Feuchteanspruch (z. B. Aspergillus spp. aw-Wert 0,75) gelüftet werden muss.


Simulation Bau: Geben wir hier andere Klimawerte ein, so werden alle Messstellen auf diese Werte hin simuliert. Es ist erkennbar, mit welcher Oberflächentemperatur dann gerechnet werden muss und wie hoch die relative Luftfeuchte im Raum steigen darf, um schimmelpilzkritische Situationen am jeweiligen Messort zu vermeiden.


Simulation Luft: Eingabefelder sind relative Luftfeuchtigkeit innen und die Außentemperatur. Berechnet wird im Feld Simulation die notwendige Lufttemperatur zur Vermeidung absinkender Oberflächentemperaturen bis in schimmelpilzkritische Bereiche. Angezeigt wird der ƒ-Rsi-Wert der jeweiligen Messstelle und die relative Feuchte im oberflächennahen Bereich zum Zeitpunkt der Messung. Auch wird die Mindest-Raumtemperatur zur Vermeidung von Schimmelschäden angezeigt und die Garantiegrenze für die Außentemperatur, bis zu der kein Schimmelpilz an der innenseitigen Oberfläche entsteht.

Bei Eingabe unterschiedlicher relativer Feuchtewerte ist sehr gut erkennbar, dass z. B. bei 50 % rFi mehr geheizt werden muss, als bei 40 % rFi. Das Aufzeigen dieses Sparpotentials ist sehr nützlich bei der Aufklärung des notwendigen Lüftungsverhaltens.

Auf dem Blatt Simulation Luft wird auch die Entfeuchtungsleistung unter Berücksichtigung der errechneten Luftwechselzahlen dargestellt. So wird dann z. B. klar, warum es zu einer Auffeuchtung der Schadenstelle von innen her gekommen ist, weil eine nicht abgeführte Restfeuchte verbleibt, die in den Sorptionsprozess der Umgebungsflächen eingehen kann.


Auffeuchtung Raum: Das Blatt mit den vielen Formeln im Hintergrund. Wir sehen beim Starten die Voreinstellungen, die den ermittelten Wohnungs- und Klimadaten entnommen wurden. Auf der linken Seite bleiben die Daten wie ermittelt bestehen, während die Daten auf der rechten Seite verändert werden können. Die Zeit in Stunden kann auf beiden Seiten verändert werden, weil wir keine Äpfel mit Birnen vergleichen möchten. Diese Zeit kennzeichnet die Aufenthaltszeit der Raumnutzer in Stunden. Auf der rechten Seite veränderte Daten erscheinen rot, der besseren Übersicht halber.

Wir erkennen, dass sich drei Messstellen unter den ermittelten Bedingungen im schimmelpilzkritischen Bereich bewegen. Wir haben auf der rechten Seite bereits einige Daten verändert: 1. die Raumgröße, weil wir durch Türöffnung den angrenzenden Hausflur in das Volumen einbezogen haben und 2. die Luftwechselrate, weil diese ja schon im Bericht Raum als notwendig errechnet wurde.

Unter Berücksichtigung dieser veränderten Daten ist erkennbar, dass rein rechnerisch keine schimmelpilzkritischen Situationen an den Messstellen mehr entstehen werden. Im unteren Bereich wird dann noch die Feuchteentwicklung über den definierten Zeitraum dargestellt, und zwar einmal für den Raum und dann noch für das Wohnungvolumen.

Mit diesem Blatt ist die Suche nach möglichen Lösungen sehr gut machbar.